Kinder entdecken Ihre Stadt

In dem Projekt StadtteilDetektive geht es darum, die Aneignung des städtischen Raums von den „Rändern her aufzurollen“ und als Ausgangspunkt konsequent das jeweilige Lebensumfeld der Kinder zu wählen – das Wohnhaus, die Straße, die Schule, den Stadtteil.

Kinder in der Großstadt

Lange ging man davon aus, dass sich der Lebensraum von Kindern allmählich in konzentrischen Kreisen ausdehnt – heute ist eher von einzelnen Inseln die Rede, die vielfach ohne Beziehung untereinander in einem größer gewordenen Gesamtraum verstreut sind. Manche Kinder haben Mütter, die per „häuslichem Taxidienst“ die Verbindung zwischen diesen Inseln herstellen, andere bewegen sich über Jahre nicht aus ihrem Stadtteil heraus. Der städtische Raum als Ganzer bleibt unbekannt und damit bedeutungslos.

Die StadtteilDetektive versuchen dieser Zerstückelung entgegen zu wirken, indem sie zumindestens exemplarisch die Lücken füllen. Das Projekt beginnt in dem unmittelbaren Lebensumfeld, in der vertrauten Umgebung der Kinder. Es geht um Sehen lernen, darum, die Wahrnehmung zu trainieren, den Blick zu schärfen und auch im längst Bekannten Neues zu entdecken. Danach geht es in die „große Stadt“, in der Hoffnung, dass die Kinder die erlernten Muster auf das städtische Neuland übertragen können.

Biografische Übergänge

Der Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule ist ein wichtiger Einschnitt in der Biografie von Kindern, der Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule ist ein Aufbruch in eine neue Welt. Ein Projekt, das Kindern Wege aufzeigt, die vertraute gebaute Umwelt zu erschließen, sie gleichzeitig ein Stück weit hinter sich zu lassen und die eher unbekannte zu erforschen, könnte keine bessere Zielgruppe als Viertklässler finden.

Stadtteile

In den StadtteilDetektiven geht es darum, die Aneignung des städtischen Raums von den „Rändern her aufzurollen“, und als Ausgangspunkt konsequent das jeweilige Lebensumfeld der Kinder zu wählen – das Wohnhaus, die Straße, die Schule, den Stadtteil. Das Projekt soll Grundschulkindern helfen, Orte für sich zu erschließen, die wichtige Fixpunkte in ihrem Lebensumfeld sind, und miteinander in Beziehung zu setzen, sprich die Zwischenräume zu füllen. Orte innerhalb eines Stadtteils miteinander zu vernetzen und so gewissermaßen „im Kleinen“ Raum als Ganzes entstehen zu sehen, vermittelt Kindern Erfahrungen, die sie rüsten, auch die „große Stadt“ in Angriff zu nehmen. Aus der Sicherheit des Vertrauten kann das Fremde, das Unbekannte erobert werden.

Architektur & Alltag, Architektur & Identität

Die Stadt selber wird zum „Klassenzimmer“, in dem Kinder ermutigt werden, genau hinzuschauen, um nach und nach die verschiedenen Faktoren zu verstehen, die dazu beitragen, dass Architektur und öffentlicher Raum funktionieren oder eben nicht. Die Kinder lernen zu beurteilen, was sie umgibt und erkennen allmählich das Potential der Architektur, das Leben der Menschen angenehm zu machen, es positiv oder auch negativ zu beeinflussen. Nicht zuletzt geht es um Identität und darum, das Bewusstsein der Kinder zu fördern, selbst ein Bürger, eine Bürgerin und somit ein wichtiger Teil dieser Stadt zu sein.

Spielend
lernen

Das Instrumentarium „StadtteilDetektive – Kinder entdecken ihre Stadt“ besteht aus einer Sammlung von Spielen, die das Wahrnehmungsvermögen der Kinder schärft, die Fähigkeit zur räumlichen Orientierung trainiert und ihr reflektiertes Denken über die gebaute Umwelt fördert.

Dieser Ansatz ermöglicht den Kindern eine unvoreingenommene Auseinandersetzung mit Themen der Architektur. Es geht nicht um richtige oder falsche Antworten, sondern um Teamarbeit und kreatives Denken.

Die Spiele bauen inhaltlich aufeinander auf. Daher sollte die vorliegende Reihenfolge beibehalten werden. Sie können jedoch entsprechend der schulischen Rahmenbedingungen oder örtlichen Gegebenheiten beliebig ergänzt und angepasst werden.

Das
Projekt

„StadtteilDetektive – Kinder entdecken ihre Stadt“ kann im Rahmen einer durchgehenden Projektwoche, im Nachmittagsunterricht in Ganztagsschulen oder als Ferienprogramm in Schulen und Kindertagesstätten durchgeführt werden. Die Umsetzung kann auch mit einem Projekttag in einem wöchentlichen Turnus über einen längeren Zeitraum erfolgen.

Das Projekt umfasst einen Zeitraum von fünf Tagen mit jeweils zwei Unterrichtseinheiten sowie zwei Vormittage für die zwei Rallyes mit jeweils sechs Unterrichtseinheiten.

Es wurde für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 4 im Hinblick auf den bevorstehenden Schulwechsel konzipiert. Je nach Bedarf können Lehrkräfte das Programm für weitere Jahrgangsstufen abwandeln.

Das Projekt ist konzentrisch aufgebaut. Die Schülerinnen und Schüler fokussieren ihre Wahrnehmung auf zunehmend größere Bewegungsradien. Der erste Teil des Projektes hat einen ausschließlich lebensweltorientierten Schwerpunkt und die Kinder beschäftigen sich zunächst mit ihrem Klassenzimmer, ihrer Schule und deren Umfeld, mit Gebäuden, Orten und Wegen, die ihren Alltag bestimmen. In der zweiten Projektphase geht es darum, die Raumgrenzen zu erweitern und ein Stück „große“ Stadt mit einzubeziehen. Das Betreten von städtischem „Neuland“ ermöglicht den Kindern, die erlernten Muster, ihr Umfeld wahrzunehmen und zu erschließen, auf einen neuen Kontext zu übertragen.

Down
loads

Das Lehrerhandbuch enthält eine Projektübersicht, ergänzt durch eine Liste mit dem täglichen Materialbedarf. Die den einzelnen Projekttagen zugeordneten Praxisblätter erläutern den detaillierten Spielverlauf und enthalten weitere Tipps zur Durchführung.

Weiterführende Links zum Thema Architektur in Grundschulen

Die
Schulen

Hier finden Sie eine Übersicht und beispielhaftes Projektmaterial aller Frankfurter Schulen, die bisher an den StatdtteilDetektiven teilgenommen haben.

Die bereitgelegten Stadtpläne stammen vom
Stadtvermessungsamt Frankfurt.

Auf diesen markiert der grüne Punkt den Start und die schwarze Linie den Verlauf der jeweiligen Stadtteil-Rallye.

DAM

Architektur ist Kunst und Alltag zugleich, sie ist die „dritte Haut“, die das Leben aller beeinflusst. Das macht die Beschäftigung mit der gebauten Umwelt, die Aneignung von Räumen und die Erweiterung von Raumgrenzen unerlässlich für das Aufwachsen von Kindern.

Architektur ist auch das „weite Feld“ und bietet jede Menge Ansätze, Lernen neu zu organisieren – projektbezogen, in neuen Kontexten, an ungewöhnlichen Lernorten - pädagogische Chancen, die im Unterrichtsalltag häufig nicht zum Tragen kommen können. Gleichzeitig sind Museen noch zu viel „Elfenbeinturm“ und zu wenig „ebenerdiges“ Haus, zu dem längst nicht alle Kinder und Jugendliche ungehindert Zugang finden; auch hier bleiben pädagogische Chancen noch vielfach ungenutzt. Kooperationen zwischen Schule und außerschulischen Partnern spielen in der Ganztagsbildung eine wachsende Rolle. Diese Chance wiederum sollten sich Museen nicht entgehen lassen und den Elfenbeinturm gezielt verlassen, um über „aufsuchende kulturelle Bildung“ auch diejenigen zu erreichen, für die kulturelle Teilhabe so gar nicht selbstverständlich ist.

In diesem Kontext ist im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt die Reihe „Architekturmuseum macht Schule“ entstanden, um vor Ort Kindern und Jugendlichen über lebensweltnahe, handlungsorientierte Projekte vielfältige Zugänge zur Architektur zu eröffnen.

Also gilt es, die Welt vor der Haustür, vor der Schultür zu entdecken und sich Frankfurt als gewachsener Stadt anzunähern und ihr architektonisch auf die Spur zu kommen – um sie ein Stück mehr „in Besitz“ zu nehmen und sich selber als Teil dieser Stadtgesellschaft begreifen zu lernen.

Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft hat die Spurensuche der „StadtteilDetektive“ ideell begleitet und finanziell großzügig unterstützt. Nur so konnte das Projekt an unzähligen Frankfurter Grundschulen Station machen – immer wieder sind Kinder des Jahrgangs 4 begeistert in die Rolle eines StadtteilDetektivs geschlüpft, haben ihren Stadtteil unter die Lupe genommen, Neues im Vertrauten entdeckt und sich mit geschärftem Blick auf den Weg in die „große“ Stadt Frankfurt gemacht.

Für alle anderen Grundschulen, ob lokal, regional oder auch bundesweit, gibt es diese Webseite mit entsprechenden Downloads, die genau das Werkzeug bereithalten, das interessierte Pädagogen und Pädagoginnen benötigen, um das Projekt in Eigenregie durchzuführen.

Unser herzlicher Dank gilt der Stiftung Polytechnische Gesellschaft und denjenigen Kollegen und Kolleginnen an den genannten Schulen und am Deutschen Architekturmuseum, die mit ihrem unermüdlichen Engagement der Projektreihe zu großem Erfolg verholfen haben.

Christina Budde
Kuratorin Architekturvermittlung
Deutsches Architekturmuseum

Der
Kontakt

Projektbeteiligte
Ansprechpartnerin DAM:
Christina Budde
Telefon: 069 212 31076
Email: bildung.dam@stadt-frankfurt.de

Projektleitung:
Bettina Gebhardt, Dipl. Ing. Arch
www.kunst-raum-bildung.de

Deutsches Architekturmuseum
Schaumainkai 43
60596 Frankfurt am Main
Website: www.dam-online.de

Polytechnische Gesellschaft Frankfurt
Untermainanlage 5
60329 Frankfurt am Main
www.polytechnische.de









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Schaumainkai 43
60596 Frankfurt am Main
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peter.schmal (at) stadt-frankfurt.de
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